Klimadialog 5-2019: Der lange Weg zur Klimagerechtigkeit

Im Jahr 2015 machten sich die ersten Klimapilger*innen von Flensburg zu Fuß auf den Weg nach Paris ...

Klimapilgerweg 2018 „Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit“, hier zwischen Saarmund und Potsdam auf dem Weg nach Katowice (© Dr. Christian Seidel)

Im Jahr 2015 machten sich die ersten Klimapilger*innen von Flensburg zu Fuß auf den Weg nach Paris, um ihre Forderungen an die Weltklimakonferenz zu überbringen. Dass das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet wurde, werteten sie als ersten wichtigen Schritt. Sie selbst entschlossen sich zu vielen weiteren und planten die nächsten Pilgerwege für Klimagerechtigkeit. Klimapilgern beim Klimadialog: ein ganz besonderer Reisebericht.  

Der 5. Klimadialog 2019 findet am (Donnerstag!) 24. Oktober statt: in der URANIA Potsdam, Gutenbergstraße 71/72, Beginn 18 Uhr. Referent Dr. Christian Seidel, Physiker und selbst Klimapilger, ist überzeugt von der Kraft dieser Bewegung. Initiiert von einem Bündnis aus evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümern, unterstützt u.a. von Brot für die Welt und Misereor, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit eine Vereinigung aus unterschiedlichsten Menschen, verschiedenster Herkunft. Herr Seidel beschreibt diese Diversität als Glücksfall: Die Kontakte und Gespräche auf dem Weg sind aufschlussreich und öffnen den Blick für unterschiedliche Perspektiven – Blickwinkel, die bei der Suche nach Lösungsansätzen berücksichtigt werden müssen.

Warum machen sich Menschen auf einen 1.500 km langen Weg nach Paris, um dort eine Petition mit 1,8 Millionen Unterschriften zu übergeben? Die Antwort ist so einfach wie bitter: Wir in den entwickelten Industrieländern des globalen Nordens sind die Verursacher der Klimakrise, deren Auswirkungen uns bislang aber nur moderat treffen. Die ersten Leidtragenden der klimatischen Veränderungen sind die Menschen der ärmsten Länder im globalen Süden – die, die schon zuvor mit Dürren und Wasserknappheit zu kämpfen hatten, haben noch mehr unter Durst und Hunger zu leiden, ihre Ernten werden ausbleiben und ihre Existenzen vernichtet. Kurz: Es geht um Klimagerechtigkeit und – wenn man den christlichen Gedanken aufnehmen möchte – um den Erhalt der Schöpfung.

Mit der Bewegung des Pilgerns für Klimagerechtigkeit haben Kirchen den Zusammenhang zwischen Entwicklungspolitik und Umweltpolitik erkannt und nach außen getragen. Und die Pilger*innen werden nicht müde: Nach Paris folgten Pilgerwege zu den Klimakonferenzen in Bonn und Katowice – letzterer führte 2018 durch alle deutschen Braunkohlereviere.  Vorplanungen für Klimapilgerwege 2020/21 laufen. Bei der Forderung, Deutschland entschlossen auf einen ambitionierten Kurs der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes zurückzubringen, rücken die Klimapilger*innen neben globaler Klimagerechtigkeit auch andere Themen in den Fokus: Es geht um Fragen der Generationengerechtigkeit und der sozialen Gerechtigkeit bei der Verteilung der Transformationslasten.

Kommen Sie zum Klimadialog und mit auf eine ungewöhnliche Reise. Nicht nur Glaube kann Berge versetzen – auch zum Handeln entschlossene Menschen. Die Veranstaltung zur Reihe Klimadialog ist eine Kooperation der URANIA Potsdam mit dem BUND Brandenburg, dem Energie Forum Potsdam e.V. und der Koordinierungsstelle Klimaschutz der Landeshauptstadt Potsdam.

Der Eintritt ist frei.

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